Nelea Vital

The inside of my Kleiderschrank

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Im Ernst, Tanja? Nein, das ist nicht mein Kleiderschrank. Ich mag kein hellblau.

Ein Detail ist korrekt: In meinem Kleiderschrank herrscht luftige Weite, Farbenvielfalt und Spaß.
Kleidung muss Spaß machen und jedes Stück darf ein Lieblingsstück sein.

Der Spaß kam bei mir aber erst nach jahrelangem Frust und das geht vielen meiner Kundinnen genauso. Das Thema Kleiderschrank ist wichtig! So viele von uns haben die gleichen schlechten Angewohnheiten. Wie ich früher. Du denkst, was kann man schon falsch machen bei Möbeln? Viel, ganz viel.

Dein Kleiderschrank kann eine Quelle der Inspiration sein. Oder ein Frust-Möbel.

Als ich noch Größe 56/58 trug, hatte ich gar keinen Kleiderschrank.
Alles, was ich besaß, passte auf drei Haken und ein Regal für T-Shirts. Ich fühlte mich in meinem eigenen Körper so unwohl, dass Mode überhaupt kein Thema war. Es ging nie um sich aufbrezeln, sondern immer nur darum, den großen Bauch und die restlichen Rundungen einigermaßen gut zu verstecken. Bei Gr. 56/58 ein schier unmögliches Unterfangen; man ist immer dick und sieht auch so aus.

Mode bzw. Kleidung gab es nur in Boutiquen für Übergröße. In meiner Jugend war Dicksein noch so verpönt und beschämend, dass es sehr wenige Läden gab, die überhaupt größere Kleidungsstücke als Gr. 42 hatten. Kein Mode-Label, was auf sich hielt, hat große Größen produziert. Du magst Chanel? Armani? Dior? Dort wirst du nichts zum Anziehen finden. Vielleicht haben die eine Handtasche für dich.

Wir sind damals alle zu Ulla Popken gegangen, deren Läden Mode ab Gr. 42 präsentierte. Da, wo es bei anderen aufhörte, fing es bei Ulla Popken erst an. Hunderte Frauen in Deutschland, Österreich und der Schweiz trugen die gleiche Bluse. Popken-Style. Aber danke, Ulla Popken, dass es dich damals gab. Du warst eine Pionierin!

Seien wir mal ehrlich, wir sind ja hier unter uns. Selbst wenn ich einer Schaufensterpuppe in Übergröße – ja, die gibt es! – ein schwarzes T-Shirt anziehe, mehrere Goldketten ins Dekolleté drapiere und das mit einer schmalen Jeans kombiniere, sehen diese Plastiktanten viel besser aus als ich, wenn ich das exakt gleiche T-Shirt anhabe. Bei mir waren ja auch keine 17 Falten am Rücken, die mit Tesa zusammengehalten wurden, um auf die Puppe zu passen. Ich brauchte jeden Zentimeter Stoff, den das T-Shirt hergab und dann hatte ich keine schlanke Silhouette, sondern erinnerte an eine überdimensional dicke Salami, die auch keine Taille hat.

Zum Glück ist das alles Vergangenheit. Heute kaufe ich ein, wo ich will. Aber wie habe ich das gemacht? Gab es einen Auslöser für meinen Erfolg?

Für das Kleiderschrank-Thema gibt es eine ganz eigene Geschichte. Darin spielt meine beste Freundin Britta die Hauptrolle. Nein, nicht sie selbst, sondern ihr Schrank. Um genauer zu sein, ihre zwei großen mehrtürigen Schränke und die drei Kommoden. Ja, Britta hat viele, viele Kleidungsstücke und Britta hat ein Geheimnis.

Alles, was in den Möbeln verstaut ist, passt. Alles, was da drin ist, egal ob Sportkleidung, Abendkleid oder Alltagssachen fürs Büro, ob Sommer- oder Winterbekleidung, ist Gr. 40/42. Unglaublich. Und sie wusste gar nicht, dass das so etwas Besonderes ist, quasi ein Geheimnis für mich:
Dünne Frauen ticken anders, sogar beim Kleiderschrank.

Nachdem ich das erste Mal signifikant abgenommen habe (allerdings, ohne das neue Gewicht zu halten), enthielt mein Kleiderschrank drei unterschiedliche Zonen:
* passt
* passt vielleicht demnächst?
* passt bei Höchstgewicht, hoffentlich nie wieder!

Die Zone „passt“ war meist die kleinste.
Jahrelang versuchte ich mich zu motivieren, indem ich bei SSV und WSV hübsche Mode in kleineren Größen kaufte und hinein schrumpfen wollte. Hat nie geklappt.

Natürlich hab ich bei diversen Diäten auch mal den Tipp bekommen, die großen Kleidungsstücke auszusortieren, damit das Unterbewusstsein nicht denkt: Zunehmen? Ist nicht schlimm. Im Kleiderschrank ist noch einiges, was dann passt. Auch das hat nie geklappt, hat aber zu immensen Kosten geführt, wenn ich alles in Gr. 52 weggeworfen habe und ein paar Monate später neu kaufen musste.

Ihr lieben schlanken Menschen da draußen, wahrscheinlich könnt ihr euch das nicht vorstellen, aber wenn man genügend ab- und zunimmt, betrifft das nicht nur ein paar neue, passende T-Shirts. Nein, unsere Körper verändern sich so massiv, dass wir alles neu brauchen:
* BHs und Slips
* T-Shirts und Blusen
* Hosen, Kleider und Röcke
(falls du Röcke überhaupt anziehst, weil die Innenseiten der Oberschenkel aneinander reiben und du dir bei wenigen Schritten einen Wolf läufst)
* Mäntel und Jacken
* Badeanzug (falls du eine mutige Dicke warst)
* Strümpfe und sogar Schuhe

Richtig gelesen. Schuhe. Bei starkem Abnehmen wird die Schuhgröße kleiner. Das, was bei Babys niedlich ist – die speckigen, runden Füßchen – führt bei Erwachsenen zu größeren Schuhen. Nebeneffekt: Meist werden die Schuhe mit dem hohen Gewicht auch hässlicher. Es gibt eben kaum hübsche Sandalen in 42, hohes Gewicht ist von Haus aus schmerzhaft und muss nicht erst mit High Heels malträtiert werden. Viele Frauen tragen flache Männerschuhe.

Dann sind da noch die Breitenangaben. Es gibt Schuhe, die vorne breiter sind als andere. Weil das Gewicht nach unten drückt, haben die meisten Dicken Senk-, Spreiz-, Knickfüße. Ich bin in Tränen ausgebrochen, als mein Hausarzt meine Füße so bezeichnete und hatte jahrelang ein mieses Verhältnis zu meinen Füßen. Bei dicken Frauen kann es sein, dass sie Gr. 37 haben, aber Gr. 39 kaufen müssen, damit der breite Spann überhaupt in den Schuh passt.

Mit 19 Jahren hatte ich die Idee, dass ich mir die kleine Zehe amputieren lassen könnte (vielen Dank, lieber Hausarzt für die hässliche Diagnose Spreiz-, Senk-, Knickfuß!). So würde der Fuß schmaler und ich hätte die Möglichkeit, auch mal in italienischer Schuhmode herumstolzieren zu können … zum Glück waren damals Schönheits-OPs nicht sehr verbreitet, ich habe diese dämliche Idee nie laut ausgesprochen und deshalb hat auch keiner an mir rumgeschnippelt.

Stattdessen übernahm ich die Strategie eines Militärhistorikers.
Natürlich, ohne es zu wissen. Claus von Clausewitz hat ein Buch über Kriegsstrategien geschrieben und von ihm soll der oft zitierte Rat stammen: Angriff ist die beste Verteidigung. Weil ich also keine zierlichen Schühchen tragen konnte, habe ich den Frauen in meinem Umfeld, die das konnten, mangelnde Emanzipation vorgeworfen:
Ihr verkrüppelt euch freiwillig selbst. Aufregen über das Füße-Einbinden in China und selbst Halux valgus und Hammerzehen produzieren, weil ihr zum Gehen untaugliche Schuhe tragt. So könnt ihr vergewaltigt werden, weil ihr noch nicht mal wegrennen könnt. Wieso tragt ihr keine Birkenstocks und geht im Leben da hin, wo ihr hinwollt? Nicht nur dahin, wo ihr auf den stützenden Arm eines Mannes angewiesen seid?

Jaja, meine feministische Jugendzeit. Okay, ich hatte nicht komplett unrecht mit diesen Sätzen … Aber Unabhängigkeit und Emanzipation waren vorgeschobene Themen für das neidische Gefühl von ich-passe-da-nicht-rein.

Zurück zum Kleiderschrank.
Manche von uns motiviert es, ein luftiges, rotes Sommerkleid im Schrank zu haben, was uns an das Ziel erinnert: Im nächsten Sommer tanze ich barfuß am Strand und passe in dieses Kleid!

Fast allen von uns gibt aber dieser Hinweis die beste Inspiration:
Alles, was in deinem Schrank ist, sollte jetzt passen. Du darfst auch heute schon bunt und luftig angezogen sein. Verschiebe positive Gefühle nicht auf später. Wenn du bei Gr. 50 eine neue, knallbunte Lieblingsbluse selbstbewusst und freudig trägst, geht es dir viel besser (was du auch ausstrahlst!), als in einer unscheinbaren, grauen Bluse der gleichen Größe. Verklemmt ist nicht attraktiv.

Lächle mal in deinen Spiegel. Lächeln macht so schön!
Da kommt kein Botox und kein Make-up mit.

Genauso ist es auch mit Farben und einem selbstbewussten Auftreten. Trage lieber deine Kleidung zwei Nummern zu groß und knote einen lockeren Gürtel um die Bluse, als in einer zu kleinen Bluse immer an dir herumzupfen, weil es zwickt und zwackt. Das ist übrigens ein Tipp eines Modedesigners und nicht auf meinem Mist gewachsen. Danke, Guido.

Beobachte deine Umgebung. Wer steht einfach nur? Und wer steht und zupft und zieht den Bauch ein und richtet das Dekolleté, fingert am Rockbund herum und zieht den Stoff aus einer Taillen-Speckfalte? Schauspieler machen diese Übung vor dem Spiegel. Fertig sind sie erst dann, wenn sie stehen können. Stehen, ohne sonst noch etwas zu machen.

Diese gradlinigen, sparsamen Bewegungen machen selbstbewusst und sehen gut aus. Probiere das.

Wie sieht mein Kleiderschrank heute von innen aus?

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So auch nicht. Alles hängt auf Bügeln.
Gut, die Unterwäsche nicht. Aber der Rest. Ich habe keine Kommoden, weil ich das nicht mag. Wenn da sechs T-Shirts aufeinander liegen, wie groß wäre die Wahrscheinlichkeit, dass ich das unterste T-Shirt anziehe? Minimal. Ich bin eine ordentliche Frau, mag keine Kleiderberge und deshalb habe ich keine Lust, diese Stapel immer wieder neu zu sortieren. Ich würde das oberste Hemd nehmen, immer.

Deshalb gibts bei mir Bügel.
Und da sind gleich Kombinationen drauf. Ich habe eine grünliche Bluse, die ich immer zur olivfarbenen Hose anziehe. Also teilen sich diese beiden Stücke einen Bügel. Die Halskette, die perfekt zu grün und oliv passt, hängt ebenfalls an dem Bügel. Ist mir also nach grün, greife ich nach dem Bügel und habe mit einem Handgriff die Bluse mit der passenden Hose und dem dafür gekauften Schmuck zur Hand. Einer der Tricks aus „Simplify your Life“, einem Ratgeber, den ich jedem empfehle. Beim Schick-anziehen bin ich schneller als mein Mann, der in unserer Beziehung – beim Anziehen 😉 – die Diva ist. Sein Kleiderschrank ein buntes Durcheinander, wo man lange suchen muss, was zusammen passt.

Hast du jetzt Lust, deinen Kleiderschrank umzuräumen?
Dann mach das sofort! Das Umräumen ist ja eine einmalige Sache, von der du noch jahrelang profitieren kannst. Kennst du weitere Tricks für den Kleiderschrank? Schreib mir gerne einen Kommentar dazu und abonniere diesen Blog, damit du die Antworten mitbekommst.

Zum Schluss noch ein Highlight von neulich – eine Kleiderschrank-Anekdote!

Als ich Gr. 56/58 trug, hatte ich einen Traum.
Ich wünschte mir, dass ich eines Tages Gr. 46 tragen könnte. 46! Diese wunderbare Zahl, die bezeugt, dass ich nicht mehr fett bin. Auch nicht mehr dick, höchstens noch ein bisschen moppelig an manchen Stellen. Wonneproppen nennt das mein Mann.

Gr. 46 wäre total ok. Da gibt es in fast allen Geschäften etwas zu kaufen. Ich könnte tatsächlich mal entscheiden, was ich kaufen will, weil ich es mag und nicht, weil es das einzige Stück ist, was es in meiner Größe gibt. Früher musste ich immer an das rechte Ende der Stange gehen und hoffen, dass hinter Gr.52 noch ein, zwei Kleidungsstücke kämen, die noch größer sind. Oder etwas in Gr. 52 nehmen, beide Arme hineinstecken und dehhhhhnen. Hast du schon mal eine Frau beobachtet, die T-Shirts oder den Bund einer Leggings in die Breite zieht? Sie checkt, wie viel Elastan im Kleidungsstück verarbeitet ist. Jetzt weißt du, was sie da tut.

Heute kann ich mit geschlossenen Augen einkaufen. Ich stelle mich vor das Regal mit den Blusen, schließe meine Augen und lasse meine Hände sanft über die unterschiedlichen Stoffe gleiten. Meist finde ich sofort, was ich haben will; streichel-weiches Gewebe. Dann brauche ich nur noch die Augen aufmachen, die Verkäuferin nach der richtigen Größe fragen und kaufe glücklich ein wunderschönes, neues Kleidungsstück.

Dieser Traum würde bei Gr. 46 starten. Dachte ich damals.

Heute Morgen habe ich im Kleiderschrank umgeräumt. Wenn ich ein neues Stück kaufe, fliegt dafür ein altes Teil raus. Die Anzahl der Bügel bleibt immer gleich; ich will ja kein Messie werden. Alle meine Stücke dürfen Lieblingsstücke sein. Also muss eins gehen, wenn ein Neues dazukommt, weil das Neue anfangs automatisch Lieblingsstück ist.

Rausgeflogen ist eine zimtbraune Hose. Die hatte ich schon länger nicht mehr an, weil sie mir zu weit geworden war. Es ging nur noch mit einer weiten Bluse, die den Schlabberbund verdeckte. Als ich die Hose in der Hand hatte und eben in den Sack für die Altkleider stopfen wollte, schaute ich aufs Etikett.

Etiketten. Auch so ein Erbe von früher.
Mir war meine Kleidungsgröße immer peinlich. Deshalb habe ich schon vor dem ersten Waschen die Etiketten mit der Größenangabe rausgeschnitten. Jahrelang. Jahrzehntelang. Ich wollte nicht, dass jemand in einer Kneipe das Größenschild an meiner Jacke sieht. Sollte der doch denken, dass es eben ein Teil ist, was sehr weit geschnitten ist. Blöd, oder? Jahrelang war mir wichtig, was andere Menschen denken könnten. Dabei denkt fast jeder an sich und solche Sorgen sind überflüssig wie ein Kropf!

Zum Glück habe ich mir das mittlerweile abgewöhnt und konnte jetzt nachgucken. Es war eine Gr. 46!
Die zimtfarbene Hose ist mir zu groß und sie ist eine Gr. 46. Hätte ich sie nicht aussortiert, wäre mir gar nicht aufgefallen, dass ich ja schon über mein Ziel hinausgeschossen bin. Aufmerksamkeit, liebe Tanja, auch in kleinen Dingen … Gr. 46 aussortieren – juchhu!

Her mit dem nächsten Traum!

Wenn du auch endlich aus deinen großen Sachen herausschrumpfen willst, habe ich hier ein Angebot für dich: Nimm kostenlos teil an meinem Coaching-Event, wo du einfache Verbesserungsvorschläge bekommst. Ich coache in einer Gruppe, gratis, und du kannst mit diesen Tipps viele deiner überflüssigen Pfunde loslassen.

Das hier lernst du: Es geht um Verhaltensweisen. Wir sind nicht, was wir wollen, wir sind, was wir tun. Das klingt vielleicht frustrierend, bietet aber ein wunderbares Potenzial: mit kleinen Schritten in die große Veränderung. Du kannst dir dauerhaft gute Gewohnheiten angewöhnen und dafür schlechte Gewohnheiten loslassen – mit dieser Doppelstrategie erreichst du dein Ziel. Der komplette Kurs wurde aufgezeichnet – egal, wann du diesen Beitrag liest – es ist nicht zu spät – einfach runterladen und mitmachen!

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Viel Spaß und viel Erfolg – auf dem Weg zu neuen Träumen!
Ich freu’ mich für dich, dass du diesen tollen Kurs noch vor dir hast. Das ist effektives Lernen mit Spaß!

Nelea Vital Tanja Kaiser

Tanja Kaiser

Ich weiß, wie Abnehmen geht und bringe dir das gerne bei. Gestartet mit 50+ bei 120+ kg kann ich dir versprechen: Du bist nie zu alt oder zu dick, um erfolgreich abzunehmen.

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